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Anne schrieb am 23. Juli 2019:
Tantra & BDSM – Seminar bei Julia und Kaya
Ja ich war dabei und bin sehr glücklich darüber!
Ich bin Tantramasseurin, doch mit BDSM hatte ich bislang nichts zu tun.
Ich wollte das Klischee, das in meinem Kopf rumspukte von „Lack, Leder und Peitsche…“ ergründen und verwandeln. Auf den wenigen Parties, die solche Elemente hatten, fehlte mir eine Tiefe. Also beschloss ich, damit habe ich nichts zu tun. Doch ich ahnte, dass da eine spannende Welt verborgen sein könnte für mich persönlich und für meine Arbeit, also beschloss ich zu diesem Seminar zu gehen, da ich ahnte, dass Julia und Kaya einen Raum der Tiefe mit uns kreieren werden.

Also mit etwas wackeligen Knien und Vorfreude sass ich dann im Seminarraum mit 30 anderen Menschen. Ich war beruhigt, dass in der Vorstellungsrunde sicher die Hälfte der Menschen mit BDSM auch noch nichts zu tun hatten, aber so wie ich neugierig waren.
Ich brachte einen Feder für den Altar mit, die ich am Morgen noch am Rhein gefunden hatte, auf der Suche nach einem Kraftgegenstand für dieses Seminar. Sie stand für mich für Leichtigkeit und Natürlichkeit… jetzt nach dem Seminar steht sie bei mir zu Hause auf dem Altar und ist ein Sinnbild für das tiefe Erlebte in diesen Tagen. Denn ich habe selten so ein ganzheitliches Seminar erleben dürfen! 

Eine Übung, die mich tief berührt hatte war diese: Wir bewegten uns im Raum zu Musik und mussten immer anderen Partnern gegenüber stehen, die Aufgabe war: Wer ist der dominante, wer hat die Macht und wer kniet sich vor dem anderen hin.. mehr nicht.
Ich bin eine kraftvolle Frau mit Macht… also blieb ich meistens stehen, doch einmal kniete ich mich hin, nicht weil ich mich schwach fühlte, sondern da stand ein Gegenüber, wo ich wusste, OK er hält den Raum für mich, ich darf mich aus meiner Kraft heraus hinknien, darf das Risiko eingehen und mich in seine Hände begeben, es brauchte etwas Zeit, bis ich dies tat und hat mich tief berührt. In meinem Alltag als Single kann ich mir dies oft nicht leisten, ich behalte das Zepter in der Hand, doch es gibt auch eine andere Sehnsucht, denn ich bestehe aus vielen Seiten. In diesem geschützen Raum konnte ich in diese Energie gehen. Danke.

In der Abschlussrunde hörte ich mich diese Worte sagen:
Tantra & BDSM, eigentlich gibt es für mich nicht ein „und“, denn es gehört für mich zusammen. Tantra ist für mich die Haltung mit Wahrnehmung, Respekt und Liebe sich selbst und den anderen wahr zu nehmen und so in den Kontakt zugehen. Und BDSM ist für mich nur die Erweiterung der Möglichkeiten, denn manchmal braucht es etwas anderes als Zärtlichkeit und Sanftheit um sich gehalten zu fühlen und sich zu erlauben, sich ganz fallen zu lassen, sich verletzlich zu zeigen und aus diesem Zustand die Lust fliessen zu lassen oder das was sich in dem Moment zeigen möchte. Was passiert wenn ich gefesselt bin, ausgeliefert in einem vertrauensvollen Raum.. oder die Erlaubnis zu spielen, in Rollen zu gehen, „ich bin dein Hündchen“, sich ganz dieser Freude hinzugeben und eine Herrin zu haben, die einem immer wieder liebevoll aber bestimmt die Grenzen zeigt, manchmal auch mit einem schmackhaften Schlag auf den Hintern.. Tja ihr ahnt schon, dass da ganz neue Universen aufgehen können, mein Aktionsraum erweitert sich, ich habe viel mehr Werkzeuge und Varianten auf die Energie, die vom anderen ausgeht in Resonanz zu gehen und umgekehrt. Dadurch kann eine grosse Tiefe und Liebe für diesen Moment entstehen.
und Hingabe ist eine aktive Entscheidung, diese Aussage von Kaya und Julia ist mir hängen geblieben.

Doch was braucht es, dass solche Räume entstehen können?
Als erstes bei sich ankommen und wie? Durch die morgendliche jeweils unterschiedlichen Meditationen mit viel Tanz, Bewegung immer mehr im Körper ankommen, die Energie fängt an zu fliessen und das was oft irgendwo verborgen, versteckt ist kommt nach und nach an die Oberfläche, sei es Schmerz, Dankbarkeit, überquellene Lebensfreude oder… oder.. die Grenzen fangen an in uns zu bröckeln, wie wir denken uns im Alltag zusammenhalten zu müssen, die Person, die wir uns da zugelegt haben. Wir werden verletzbarer, aber auch stärker und unser Potential fängt immer mehr an zu leuchten.

Übungen aus dem Wheel of consent von Betty Martin haben uns geholfen immer klarer und präziser unsere Wünsche zu präzisieren, wann gebe ich und wann nehme ich, was ist fein für mich und wo sind meine Grenzen… so kann ich mich im Kontakt ganz fallen lassen und der andere muss seine Energie, Ideen nicht zurückhalten und kann immer mehr ganz in Kontakt gehen und das löst Freude aus, die Energie potenziert sich… und auch ganz wichtig, wenn etwas nicht mehr stimmt für mich stop zu sagen. Wir kamen immer mehr in den space, uns klar aber liebevoll auszudrücken, so dass der andere ein Nein nicht persönlich nehmen musste, und ich den Mut hatte alles für mein Wohlbefinden, meine Wünsche zu tun. So entstand ein sicherer Raum des Vertrauens.

Unsere letzte Übung, 5 Menschen taten sich zusammen und jeder bekam 10 Minuten sich einen Wunsch von allen anderen erfüllen zu lassen. Da wir uns nun immer mehr trauten wirklich, dass was wir uns wünschten so präzise wie möglich zu formulieren waren es für jeden von uns sehr intensive 10 Minuten und wir sind ausgetreten, dem anderen die Schuld zu zu schieben, wieso erahnt er nicht was ich mir wünsche, könnte er denn nicht dies oder jenes tun …denn wir sind zu den Choreographen für unser Leben geworden und sind in die Eigenverantwortung gegangen. Ich sage euch, dass ist ein wirklich cooler Prozess und der gilt nicht nur für die Sexualität, die Sinnlichkeit sondern für das ganze Leben. Ahow! Dieses letzte Ritual war für mich wie die Ernte von diesen 3 Tagen Seminar, die sich wie 2 Wochen anfühlten.

Danke an Julia und Kaya, die einen sehr grossen Raum gehalten haben, ihr hohes Wissen, Kompetenz und Empathie mit uns geteilt haben, uns mit Leichtigkeit und Achtsamkeit in neue Erfahrungswelten geführt haben und danke an unsere Gruppe, die sich immer mehr eingelassen hat, so dass ein wunderbarer Tanz des Lebens an den Grenzen der Komfortzone entstehen konnte wie Corinna unsere bezaubernde Assistenz es beschrieben hatte.

Ich wünsche mir, dass immer mehr solche Räume entstehen mögen, wo wir im Bereich von Sexualität, Kontakt, Berührung uns Wissen aneignen können, denn wieso sollte dieser Bereich vom Lernen ausgeschlossen werden, ist ja etwas absurd! Solche Seminare geben uns Tools in die Hände unser Leben in die Hand zu nehmen und das könnte einiges an Geld für Psychotherapeuten sparen und macht dazu noch viel mehr Freude.

Ich bin sehr dankbar

dieses Sufi-Lied erklang in mir am Ende des Seminars

From you I receive,
to you I give, 
together we share, 
in this we live
Anne